Gegen den Strom

Veröffentlicht am 16.05.2017 in Allgemein

Reimut Schmitt (Berlin)

Erwin Witzleben (4.12.1881 – 8.8.1944)

Der Berufsoffizier Witzleben wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in die Reichswehr übernommen. Er war verheiratet mit Else Kleeberg, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte. Bereits 1937 äußerte er, Hitler verfolge eindeutige Kriegspläne. Die Blomberg-Fritsch-Affäre 1), die es Hitler ermöglichte, den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen, trug zur Entschlossenheit Witzlebens bei, eine militärischen Aktion gegen das NS-Regime zu wagen. Er war einer der führenden Köpfe hinter den Umsturzplänen vom Herbst 1938.

Das Münchner Abkommen lähmte diese Bestrebungen entscheidend. Nach Kriegsbeginn erwiesen sich auch andere Umsturzpläne der militärischen Opposition als undurchführbar. Im Mai 1941 wurde Witzleben Oberbefehlshaber West. Aus gesundheitlichen Gründen schied er im März 1942 aus dem Dienst, jedoch hielt er weiterhin engen Kontakt zu den Verschwörern. Schließlich erklärte er sich nach der Niederlage von Stalingrad bereit, bei einem Umsturz den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen. Am Abend des 20. Juli 1944, als das Scheitern des Attentats offenkundig war, konnte er den Bendlerblock 2) verlassen, wurde aber am nächsten Tag festgenommen, am 8. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am selben Tag in Berlin Plötzensee hingerichtet.

1) Als Blomberg-Fritsch-Krise werden jene Vorfälle bezeichnet, die im Deutschen Reich zu Jahresbeginn 1938 zur Entlassung des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Werner von Blomberg, und des Oberbefehlshabers des Heeres, Werner von Fritsch, führten. Die beiden Affären, deren Vorwürfe sich im Falle Fritschs als haltlos erwiesen, boten Adolf Hitler die Möglichkeit, sich der wichtigsten Kritiker (Blomberg, Fritsch und Außenminister Konstantin Freiherr von Neurath) seiner aggressiven, konfliktträchtigen Außenpolitik zu entledigen und im Rahmen der Etablierung des Oberkommandos der Wehrmacht den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen.

2) Als Bendlerblock wird ein historischer Gebäudekomplex in der Nähe des Tiergartens am südlichen Rand des ehemaligen Diplomatenviertels bezeichnet. Bis 1945 ist die Geschichte des Hauses vom Militär bestimmt. Hier wird die deutsche Flottenrüstung geplant, hier sucht in der Weimarer Zeit die Reichswehrführung ihre Rolle im demokratischen Staat. Der Bendlerblock ist der Ort der "Lebensraum im Osten"-Ansprache Adolf Hitlers vom 3. Februar 1933, vor allem aber das Zentrum des Umsturzversuchs gegen das nationalsozialistische Regime am 20. Juli 1944. Zentrum des Bendlerblocks ist heute der von der Stauffenbergstraße zugängliche Ehrenhof, der an das Schicksal der hier am 20. Juli 1944 erschossenen Offiziere erinnert. In der zweiten Etage des historischen Gebäudes dokumentiert die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand umfassend Motive, Methoden und Ziele des Kampfes gegen den nationalsozialistischen Unrechtsstaat.

Quelle: Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Herausgeber): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945 Und Wikipedia

 
 

WebSozis

Besucher:1176285
Heute:28
Online:3

Terminvorschau

SPD Ortsverein Rhaunen

Aktiv zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger
 
 

Aktuelle Nachrichten

DER SPIEGEL
Dänemark öffnete als eins der ersten EU-Länder die Schulen wieder - nach Ostern schon. Eine Lehrerin und ein Schulleiter über Infektionsgefahren - und warum man Kindern einiges zutrauen kann.

Bei den Proteste in den USA kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Videoaufnahmen aus den sozialen Medien dokumentieren ein besonders hartes Vorgehen der Polizei.

Bei den Protesten in den USA sind zwei Reporter mit Gummigeschossen verletzt worden. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Journalisten werden zunehmend zur Zielscheibe - für Polizei und Demonstranten.

Grünenchef Habeck hat das Krisenmanagement der Bundesregierung kritisiert. Merkel habe ein Machtvakuum aufkommen lassen, woraufhin Bundesländer eigene Entscheidungen trafen. Das habe Vertrauen gekostet.

Nach dem Tod von George Floyd eskalieren die Proteste: Die Wut der Demonstranten wächst, und die Polizei geht mit zunehmender Härte vor. Fotos eines gespaltenen Landes.

Im Ringen um ein Brexit-Anschlussabkommen werde es keine "Vereinbarung um jeden Preis" geben, warnt der EU-Chefunterhändler. London habe sich nicht an Abmachungen gehalten.

Donald Trump will Twitter stärker regulieren. Ganz daneben liegt er damit nicht. Doch wie so oft behandelt der US-Präsident ein tatsächlich vorhandenes Problem nicht mit dem Ziel, es zu lösen.

Ankara will militärisch unabhängiger werden und setzt zunehmend auf eigene Entwicklungen. Eine Drohne aus der Firma von Erdogans Schwiegersohn hat bereits Erfolg im Ausland - und das Land will mehr.

Amerika droht im Chaos zu versinken. Profitieren könnte von den Protesten im Land ausgerechnet Präsident Donald Trump, der keine Gelegenheit auslässt, die Nation zu spalten.

Für US-Präsident Trump steht fest, wer hinter den Ausschreitungen: die radikale Linke. Sie habe das Andenken an George Floyd gekapert und "wolle nur Ärger machen". Belege liefert er nicht.

Trotz - oder wegen - der Aufforderung von Präsident Trump, "tougher" gegen Demonstrationen vorzugehen, eskalieren die Proteste in den USA. In Washington wurde die Nationalgarde aktiviert.

Er wollte der Welt demonstrieren, dass die USA die Corona-Pandemie hinter sich hätten. Jetzt will Donald Trump den G7-Gipfel doch nicht im Juni abhalten. Dafür unternimmt er einen neuen Anlauf, Wladimir Putin einzuladen.

Personen und Gremien

  Landesvorsitzender Hans-Jürgen Noss Kreisvorsitzender u.MdL