Treue wird nicht belohnt

Veröffentlicht am 01.03.2013 in Allgemein

Weit verbreitet herrscht die Annahme vor, ein Partnerwechsel sei eine nervenaufreibende, nicht selten auch eine finanziell belastende Angelegenheit. Doch stimmt das für alle Lebensbereiche?

Diese Frage kann mit einem klaren „NEIN“ beantwortet werden.

Nur in der Eroberungsphase und im ersten Jahr einer Partnerschaft ist man allem Anschein nach interessant.

Meine jüngste Erfahrung die das belegt möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Unter dem Motto: „Alle Jahre wieder“ habe ich mir die Mühe gemacht zum Ende meiner Vertragsbindung (gewöhnlich beträgt diese 12 Monate) die Konditionen des Strommarktes unter die Lupe zu nehmen. Zwar sind die Strompreis-Vergleichsportale unlängst von Verbraucherschützern mit zweifelhaften Bewertungen bedacht worden, dennoch können sie dem Verbraucher wertvolle Orientierung geben.

Da plagt sich Umweltminister Peter Altmeier und sucht verzweifelt Wege um die stetig steigenden Strompreise zu deckeln, dabei können wir als Verbraucher mit minimalem Aufwand diesem Fluch zumindest ein stückweit entkommen.

Der Wechsel des Stromanbieters ist so zeitaufwendig wie ein Einkauf im Internet. In wenigen Minuten erledigt.

Nun zur entscheidenden Frage, lohnt sich dieser Zeitaufwand, zahle ich am Ende nicht bei allen Versorgern nahezu das Gleiche?

Das dubiose an der derzeitigen Marktsituation ist: die Stromanbieter locken mit hohen Einmalzahlungen (Boni) oder Preisnachlässen bis zu 25%. Diese Anreize gibt es allerdings nur für Neukunden. Der Altkunde profitiert davon nicht, er zahlt ganz einfach weiter, und das meist zu einem höheren Bezugspreis. Will man sein sauer Verdientes nicht verschleudern, ist man quasi jährlich zum Anbieterwechsel gezwungen.

Ich will es an einem Beispiel, ausgehend von einem Jahresverbrauch von rund 3.500 kWh, mit konkreten Zahlen belegen.

Dieser Jahresverbrauch würde mich bei dem regionalen Grundversorger einschließlich aller Kosten 1114 Euro kosten.

Bei dem preisgünstigsten Anbieter den ich gefunden habe würde ich für ein festes Budget (3.400 kWh) 644 Euro zahlen. Da aber Budgettarife, ebenso wie Tarife mit Vorauszahlungen, mit größtem Vorbehalt zu betrachten sind, habe ich mich für einen namhaften Anbieter entschieden.

Kosten im ersten Jahr: 799 Euro. Eingerechnet in diesen Betrag ist ein Wechselbonus von 180 Euro. Dieser wird mit den monatlichen Abschlagzahlungen verrechnet, die Preisgarantie beträgt ein Jahr, bei einer 12-monatigen Vertragsbindung.

Meine Ersparnis beträgt somit gegenüber dem Grundversorger 335 Euro, im Vergleich zum günstigsten Anbieter wären es sogar 470 Euro. Gespart in weniger als fünf Minuten.

Sind die Marktregeln auch nächstes Jahr noch die gleichen, werde ich mir erneut einen anderen Anbieter suchen müssen.

Fazit: Wachsam und flexibel sein ist angesagt will man sein Geld nicht unnütz ausgeben.

Rudi Röper

 
 

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